
"Hier in Deutschland gibt es einfach noch zu viele Ressentiments gegenüber Beton", erklärt Sascha Meiser, Geschäftsführer der Beton-Betz GmbH in Kirchardt. Deshalb hat er sein Haus komplett mit Betonfertigteilen aus eigener Herstellung gebaut. So kamen etwa Thermowände und Syspro-Elementdecken à la Beton-Betz zum Einsatz, aber auch Treppen oder Sonderfertigteile. "Ich wollte zeigen, was mit Beton alles machbar ist. Denn das ist die beste Werbung für unsere Produkte", so Meiser.
Das ist ihm gelungen: Sein neues Eigenheim, das bereits im Rohbau fertig ist, lässt keine Wünsche offen. Auf zwei Etagen bietet es 85 m² Wohnraum gespickt mit vielen Extras. So wurden die Betonfertigteile beispielsweise bereits mit den Aussparungen für Steckdosen, Lichtschalter oder den Anschluss für die zentrale Staubsauganlage produziert. "Das erfordert zwar eine genaue Elektroplanung, ist aber sehr praktisch, weil die Kabel gleich eingezogen werden können." Allein 600 Aussparungen für Steckdosen gibt es im ganzen Haus. Selbst der Schlitz für den Briefkasten ist bereits in eine der Außenwände integriert.
Über eine gewundene Betontreppe geht es ins zweite Geschoss. Auch hier gibt es allerlei Raffinessen. So ermöglicht im Kinder- und Gästezimmer der komplett aus einem Teil produzierte Unterzug für den Giebel ein luftiges Wohnen und Schlafen auf zwei Ebenen. Selbst im Keller zeigt sich, wie ausgeklügelt das Betonhaus ist: Im Fernsehraum sind die Aussparungen für die Dolby-Surround-Lautsprecher bereits in den Wänden integriert, den Hobbyraum ziert eine Kreuzgewölbedecke aus Beton. Meiser: Heute ist mit Betonfertigteilen eigentlich so gut wie alles machbar."
Dem kann Rainer Knecht, Geschäftsführer der Otto Knecht GmbH aus Metzingen nur zustimmen. Auch seine Firma stellt Betonfertigteile, hauptsächlich Betonkeller, her. Anhand zweier Doppelhäuser will er verdeutlichen, wie effizient und einfach es sich mit Betonfertigteilen bauen lässt. "Die Vorteile liegen auf der Hand: ein Fertigteilhaus aus Beton ist schon nach acht bis zwölf Wochen bezugsfertig, bei konventionellen Häusern dauert es im Normalfall ein Jahr." Das spart Zeit und Geld. "Wenn man schneller einziehen kann, verkürzt sich die Phase, in der man doppelt zahlt - für die Miete und den Häuslebau", so Knecht.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Thema Energieeffizienz. "Betonhäuser sind im Sommer angenehm kühl und speichern die Wärme im Winter unglaublich gut". erläutert Rainer Knecht. "Außerdem lassen sich ohne Probleme Heiz- oder Kühlsysteme in die Betonwände oder -decken einlegen. Auch in Sachen Lärmschutz ist Beton unschlagbar. "Das ist besonders für Leute, die an Straßen wohnen, im Hinblick auf den Schallschutz extrem interessant." Außerdem sprechen die hohe Haltbarkeit und der bessere Brandschutz für den Baustoff. Dazu kommt ein weiterer Punkt. Rainer Knecht: "Eines muss man immer wieder herausstellen: Beton ist ein natürliches Produkt, das aus natürlichen Stoffen hergestellt wird. Das scheint den Leuten nicht bewusst zu sein, wenn sie sich gegen Beton und für Ziegel oder Holz entscheiden."
Fazit: Viele, viele gute Argumente. Doch wie sollen die Leute stärker dazu motiviert werden, ihr Haus aus Beton zu bauen? Die Antwort von Sascha Meiser und Rainer Knecht ist da eindeutig: Einfach unablässig weiter die Werbetrommel rühren!
1) Rainer Knecht und Sascha Meiser im Gespräch (v.l.)
2) Betonfertigteilhaus mit allerlei Extras
3) Kreuzgewölbedecke aus Beton
4) Halbrunde Fertigteilbetonwand