
Beim Bau des multifunktionellen Auktionszentrums der badenwürttembergischen Rinderzüchter gab es kein Entweder-Oder, sondern ein Sowohl-als-Auch.
In Ilshofen (Landkreis Schwäbisch-Hall) steht seit kurzem das größte Veranstaltungszentrum zwischen Stuttgart und Nürnberg, die »Arena Hohenlohe«. Bei den Materialien orientierten sich die Entwurfsverfasser an der Aufgabe, ein massives, robustes Bauwerk zu errichten. Beton und Holz mit Stahl dominieren. Betonfertigteile mit und ohne Ortbetonergänzung wechseln mit Ortbetonabschnitten und Mauerwerk – wie es sich am zweckmäßigsten realisieren ließ. Ursprünglicher Zweck des Bauwerks ist die Vermarktung der Kälber- und Zuchtrind- Elite aus dem nördlichen Baden- Württemberg. Die Halle mit bis zu 2 500 Sitzplätzen kann jedoch auch für kulturelle und kommerzielle Events ohne »Stallgeruch« gebucht werden. Baden-Württembergs ländliche Regionen widmen sich stark der Rinderzucht. Um sich für die Zukunft zu wappnen, schlossen sich im Jahr 2000 die verschiedenen Züchterverbände zur landesweiten Rinderunion Baden-Württemberg e.V. mit Sitz in Stuttgart zusammen; sie vertritt rund 20 000 Züchter. Die vorhandenen, kleineren Vermarktungsanlagen entsprachen nicht mehr den neuen veterinärhygienischen EU-Standards. Um Nägel mit Köpfen zu machen, entschloss sich die Rinderunion, an einem verkehrsgünstig gelegenen Standort ein völlig neues Vermarktungszentrum zu errichten. Nach gründlicher Standortanalyse fiel die Wahl auf ein Grundstück in der Region Hohenlohe, Ilshofen-Großallmerspann, verkehrsgünstig zur Autobahnanschlussstelle Kirchberg an der A 6 gelegen. Das Architekturbüro Döllinger, Schillingsfürst, zeichnet für Projektentwicklung, Architektur und Bauleitung verantwortlich. Den Gesamtauftrag für die Rohbauarbeiten erhielt die Firma Franz Traub, Aalen- Ebnat.
Das Bauwerk umfasst den Eingangsbereich mit Forumsplatz, die Veranstaltungsarena mit einem Durchmesser von 60 m sowie einen 110 m langen, 45 m tiefen Trakt mit Stallungen, Nebenräumen und einem kleinen Ring für die Kälberversteigerung. Der Rundbau der Arena und die giebelständige Stallanlage setzen einen weithin sichtbaren Akzent. Der Tribünenbereich wurde als Stahlbetonmassivbau konzipiert, der von einem Tragwerk aus Stahl-/Holzfachwerkbindern überspannt wird. Bei der Stallanlage kamen Stahlbetonfertigteilstützen und unterspannte Leimholzbinder zum Einsatz. Die Sockelbereiche wurden aus leicht zu reinigenden Betonfertigteilen ausgeführt.


Eine besondere Aufgabe stellte die Ausführung der Tribüne im Rundbau dar. Auszuführen war eine trichterförmige Betonfläche mit einer Neigung von 30°, die bis auf 5,30 m Höhe ansteigt. Die mit der Errichtung der Arena beauftragte Bauunternehmung Werner Feinauer & Töchter GmbH, Mulfingen-Hollenbach, sah einen beträchtlichen Schalungsaufwand auf sich zukommen, zumal die Oberflächenqualität der Untersicht eine gute Optik aufweisen sollte. Bauleiter Ralf Ehrler nahm Kontakt mit der Firma Beton-Betz, Kirchardt, auf, einem versierten Betonfertigteilproduzenten. Beton-Betz ist ein mittelständisches Unternehmen, das seit über 70 Jahren Betonerzeugnisse für den Hochbau sowie für den landwirtschaftlich orientierten Bau herstellt. Als Mitglied der Syspro-Qualitätsgemeinschaft verfügt Betz über modernstes Know-how für die Produktion von Präzisionsbauteilen aus Beton auf höchstem Niveau. Der Lösungsvorschlag aus dem Hause Betz bestand in einer Umplanung von Ortbeton auf Fertigteilbauweise, die in enger Abstimmung mit dem Tragwerksplaner, Ingenieurbüro Keitel, Rot am See, umgesetzt wurde. Der »Trichter« der Tribünen wurde daraufhin in tortenstückähnliche Teile elementiert und als 3-D-Darstellung gezeichnet. Die für die Ausführung mit Elementdecken erforderliche Umplanung der Bewehrungsführung gehört typischerweise zu den Dienstleistungen der Syspro-Mitgliedswerke. Im Falle der Arena Hohenlohe bedurfte es beispielsweise einer verstärkten Querbewehrung.


Die rund 1 150 m2 großen Großflächendeckenplatten, Typ SysproTec, lieferte Beton-Betz in vier Abschnitten. Da die Deckenplatten auf Stahlschalungen betoniert werden, weisen sie »von Haus aus« eine exzellent glatte, malerfertige Untersicht auf. Die Fertigteilbauweise brachte zwar einen etwas höheren Stahlverbrauch mit sich. Dies wurde jedoch durch die Einsparung des Verputzens der Tribünenuntersicht locker ausgeglichen. Einfache wetterunabhängige Montage Positiv zu Buche schlagen ferner die Vorteile der einfachen, witterungsunabhängigen Montage der Deckenelemente, die sogar im tiefsten Winter einen Fortgang der Bauarbeiten ermöglichte. Im Verlauf der Ausbauarbeiten wurden die Tribünen mit 1 500 Sitzplätzen bestückt. Bei Bedarf können auch die Ränge bestuhlt werden, so dass bis zu 1 000 weitere Sitzplätze angeboten werden können. Der Innenraum, in dem bei Veranstaltungen der Rinderunion Zuchttiere vorgeführt und versteigert werden, misst 30 m im Durchmesser.
(Gisela Morgenweck/mm)
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